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Chronobiologie – Die Lehre von der inneren Uhr

3 Kommentare

Foto: Moyan_Brenn

Vielleicht kennt ihr ja das folgende Szenario: Morgens läutet der Handy-Wecker („Für Elise“ ist mein Horror-Klingelton, der mich aber mit Garantie sofort aus den Federn hüpfen lässt), beginnt den Tag mit einem laaaangen Gähnen, versucht sich den Schlaf aus den Augen zu reiben, wäscht sich das Gesicht mit kaltem Wasser und befindet sich trotz allem noch zur Hälfte im Land der Träume. Auch am Weg zur Arbeit sind die Augenlider noch ganz schwer und es dauert viel zu lange, bis ich es endlich ins Reich der Wachen geschafft habe.

Ich habe wirklich alles probiert, um diesen Zustand zu ändern: Früher schlafen gehen (geht nicht, weil ich einfach ein Nachtmensch bin), gesünder essen, vor dem Schlafen gehen ein Buch lesen, nicht fernsehen,… Es liegt auch gar nicht daran, dass ich nicht einschlafen kann, oder gar schlecht träume, sondern an meiner Chronobiologie. Es ist nämlich eine Kombination aus Licht und unseren Genen, die bestimmen, wann wir wach und aktiv werden.

Laut Wikipedia lässt sich der Begriff Chronobiologie wie folgt definieren:

Die Chronobiologie (gr. χρόνος chrónos „Zeit“; Biologie = Lehre von der belebten Natur) untersucht die zeitliche Organisation in Physiologie und Verhalten von Organismen. In dieser Organisation spielen Rhythmen, häufig von endogenen (inneren) biologischen Zeitgebern (Uhrsystemen) verursacht, eine große Rolle. (Quelle: wikipedia.org)

Der Wissenschafter Dieter Kunz, Chefarzt der Abteilung für Schlafmedizin am Berliner St. Hedwig-Krankenhaus, untersucht die Chronobiologie des Menschen anhand eines Versuchs. Er verwandelt acht Klassenräume einer Berliner Schule in Labors und rüstet je vier Zimmer mit unterschiedlichen Deckenlampen aus. Die erste Gruppe soll nun unter „biologisch optimierten“ Lichtverhältnissen lernen. Hier gleichen sich die Lampen automatisch den im Tageslauf wechselnden Lichtverhältnissen an und strahlen heller und in anderen Farbtönen als die handelsüblichen Lampen. Die zweite Gruppe verbringt ihren Schultag unter konventionellen Lichtverhältnissen, wie wir sie kennen.

Kunz ist überzeugt, dass besseres Licht die Lernleistung positiv beeinflusst, nicht nur bei Schülern. Viele Häuser, Büroräume und U-Bahnen seien zu dunkel, sagt der Mediziner. […] Doch nicht allein die Intensität des Lichts beeinflusst unsere Munterkeit, sondern auch seine Farbe. […] Blaues Licht hemmt dabei die Ausschüttung des Müdigkeitshormons Melatonin und macht uns binnen kurzem wach. Deshalb strahlt es in Kunz’ »biologisch optimierten« Modellklassen bläulich weiß von der Decke – nicht gelblich funzelig wie sonst. (Quelle: www.zeit.de)

 Aber das Licht ist nicht der einzige ausschlaggebende Grund dafür, dass ich morgens nicht aus dem Bett komme. Tatsächlich scheinen da meine Gene auch noch ein Wörtchen mitzureden zu haben. Unsere innere Uhr wird zwar sehr wohl vom Sonnenlicht angestupst, allerdings bei jedem Menschen zu einem anderen Zeitpunkt. Deshalb sind auch die Begriffe „Morgen-“ und „Nachtmensch“ und alle Abstufungen dazwischen in der Tat akkurat.

Und zu guter letzt:

Wer richtig wach sein will, muss zunächst einmal gut schlafen – und dem kann man auch durch entsprechende Beleuchtung nachhelfen. […] Die blauen Wellenlängen von iPod und Laptop können das Einschlafen verzögern, ja sogar den erholsamen Schlaf stören. Beruhigend wirkt hingegen dunkleres Licht mit hohem Rotanteil. Davon werden die Wach-Rezeptoren auf der Netzhaut nicht angeregt, sodass der Körper ungestört Melatonin ausschütten und uns müde machen kann. Und das ist die beste Voraussetzung für einen wachen nächsten Tag. (Quelle: www.zeit.de)

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine gute Nacht und einen erholsamen Schlaf!!! 🙂

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3 Kommentare zu “Chronobiologie – Die Lehre von der inneren Uhr

  1. Hallo,
    von der Chronobiologie habe ich bis jetzt noch nicht gehört. Es ist ein sehr spannendes Thema, besonders deswegen, weil Schlaf immer ein großes Thema bei mir war. Vielen Dank erstmals für diesen Artikel. Ich werde mich zukünftig mehr über Chronobiologie informieren.

  2. Was du beschrieben hast geht mir auch oft so. Ich bin auch einfach KEIN Morgenmensch und zwar nicht weil ich so faul bin oder die ganze Nacht durchgefeiert habe, sondern weil meine Bio-Uhr einfach anders tickt. Das mit den Lichtern finde ich sehr interssant und die Studie auch. Die Tipps werde ich mal befolgen, aber ich fürchte dass wir beide deswegen nicht unbedingt leichter aus den Federn kommen werden. 🙂

  3. Mir geht das genau so! Früh aufstehen ist für mich ein Graus – dank Snooze Funktion am Wecker kann ich mich wenigstens langsam psychisch auf das Aufstehen einstellen 😉 Bin dafür oft Abends oder Nachts produktiv und erledige allerhand im Haushalt.Spannend zu lesen, dass das auch in unseren Genen liegt und nicht nur von uns selbst durch den eigenen Tagesrythmus bestimmt wird. Naja, eine Moderatorin für ein Frühstückfernsehen wäre ich so oder so nicht geworden 😉

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