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Fit durch's Leben

In zehn Minuten zur Entspannung?

2 Kommentare

Foto: Tearstone

Gerade eben habe ich wieder von einem dieser „Drive-In“ Massage Zentren gelesen. Ich nenne sie so, weil sie darauf ausgelegt sind, dass sich die Leute keine Zeit nehmen und sich mal eben ganz schnell eine Massage gönnen, die ihre angespannte Nackenpartie innerhalb zehn Minuten wieder auflockern soll. Ich persönlich stand dem ganzen ja sehr skeptisch gegenüber, bis ich während eines Aufenthaltes in Australien selbst eines dieser chinesischen Massage-Zentren aufsuchte. Damals war mein Nacken aufgrund einer überhöhten Dosis Einkaufswahn und daraus resultierender Tragetaschen-Flut derart überfordert, dass ich mich zu einer Schnell-Massage überreden ließ.

Die Begrüßung fiel kurz und bündig aus, ich wurde sofort in das Schaufenster geführt, wo eine Reihe an schwarzen Massagestühlen bereitstand. Eine junge Chinesin mit zarten Händen machte sich sofort daran, meinen Nacken in Angriff zu nehmen und siehe da… ihre Hände waren alles andere als zu zart für diesen Beruf. AUA!!! Ich glaube, es wurde selten so skrupellos mit meiner Nackenpartie umgegangen, aber die gute Frau kannte kein Erbarmen und drückte weiterhin an meinen Knötchen herum, bis ich schließlich nahe an einem Ohnmachtsanfall war, so sehr schmerzte es mich.

Irgendwie war ich auf einmal ganz schön froh, dass diese Massage zumindest nicht allzu lange dauern würde, aber auch zehn Minuten können länger ausfallen, als man es sich wünschen könnte. Meine schmerzverzerrten Blicke wurden übrigens vom Manager des Betriebes nur mit einem verschmitzten Lächeln entgegnet und mich beschlich die leise Vorahnung, dass die Stühle absichtlich da platziert wurden, wo sie jetzt standen: In der Auslage mit Blick auf den Empfangstisch – perfekt, um Passanten auf der Straße und besagtem Manager Unterhaltung vom Feinsten zu bieten…

Meine Gedanken kreisten übrigens auch um den Vorsatz, mich nie wieder einem so exzessiven Shoppingwahn hinzugeben und in Zukunft besser auf das Wohlbefinden von Nacken und Rücken zu achten. Statt Stöckelschuhen Turnschuhe zu tragen, immer schön brav gerade zu sitzen, die Schultern nicht mehr hochziehen, den Bauch immer brav anspannen…

Und auf einmal ließ sie von mir ab. Eine Welle der Hitze durchströmte meinen Nackenbereich, ich glaube ich war rot wie eine Tomate. Mit schwachen Fingern kramte ich das Kleingeld (die Massage war wirklich günstig!) aus meiner Geldbörse und verabschiedete mich höflichst.

Im Bus sitzend bemerkte ich dann ein angenehmes Kribbeln auf meinem Nacken und es roch plötzlich ganz stark nach Teebaumöl. Ich wurde so unfassbar müde und ich hatte das Gefühl, dass auf einmal sämtliche Last von meinen Schultern gefallen ist. Ich war seelig. Die anderen Fahrgäste schienen jedoch nicht so, denn ich sah einige die Nase rümpfen und eine ältere Dame setzte sich sogar ein paar Reihen hinter mich, damit sie meinen Teebaumöl-Geruch nicht mehr aushalten musste. Ach… mir doch egal… dachte ich.

Mein Fazit: Manchmal reichen zehn Minuten aus, um sich die nötige Entspannung zu holen, die der Körper gerade benötigt. Nicht umsonst gibt es duzende an Büchern und Kursen, in denen kurze Techniken zur Entspannung erlernt werden können. Eine Art Erste Hilfe für Überbeschäftigte, oder für besonders stressige Situationen. Generell sollte jedoch darauf geachtet werden, dass man sich nicht zuviel aufhalst und der Alltag so gestaltet wird, dass auch längere Entspannungsphasen Platz haben!

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2 Kommentare zu “In zehn Minuten zur Entspannung?

  1. Ui, klingt ja heftig…
    Ich kann mir schon vorstellen, daß das gut funktioniert, ist ja letztlich nur eine stimulierung und Knetung der entsprechenden Nervenendungen. Für mich muß aber Massage etwas langsamer und entspannter sein, (am liebsten natürlich das ganze Programm noch drumherum 😉 ) das hier beschriebene wäre mir dann doch zu fast-foodig.

  2. Da musste ich ja richtig schmunzeln, liebe Martina, schön beschrieben hast Du das… Ja die Asiaten können ordentlich zupacken, das hab ich auch schon mal erlebt und die interessiert es gar nicht, ob es uns weh tut oder nicht – und nachher, ja nachher ist alles nicht nur vergessen, sondern hat einfach gut getan… Solche Shopping-Exzesse machen wir ja auch nicht zu oft, also manchmal darf es doch einfach sein:-). Entspannte liebe Grüsse Andrea

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