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Haushaltsmittelchen & Co

8 Kommentare

Foto: Dalla*

Jeder kennt sie… jeder hat seine eigenen… Meist werden sie von Generation zu Generation weitergegeben. Manchmal gibt es auch schlaue Büchlein… Hausmittelchen. Was muss man tun, wenn die Speise versalzen, was wenn der Geschmack zu bitter, was wenn die Kleidung voller Beerenflecken und was, wenn der Garten nicht so wächst, wie man es gerne hätte. Für beinahe alles gibt es sie, die kleinen nützlichen Rezepte – jene Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme.

Auch für medizinische Notfälle gibt es sie und meistens helfen sie auch wunderbar. Bloß, wenn das eine oder andere „Rezept“ gar nicht wahr ist, dann kann auch die scheinbar harmloseste Behandlung fatale Folgen haben. Das klingt jetzt ein wenig reißerisch, aber wusstet ihr…

… dass man bei Verbrennungen die betroffene Stelle NICHT wie immer behauptet unter das kalte Wasser halten sollte? Also ich hätte bis vor kurzem darauf schwören können, dass dem schon so sei??? Auch vor dem Verwenden von Öl und Mehl auf der verbrannten Wunde wird gewarnt. Gut, davon habe ich eigentlich auch noch nie gehört, dass das gut sein soll, das erinnert mich eher an eine Fritteuse… 😉

So… aber nochmal von Vorne. Warum sollte man die verbrannte Wunde nicht unter das kalte Wasser halten? Ich dachte, das kühlt die Stelle gut ab und verhindert eventuell eine Brandblase, etc? Die Antwort folgt sogleich:

„Wie lange schafft man es, eine verbrannte Stelle am eigenen Körper mit kaltem österreichischem Wasser zu kühlen? Etwa eine Minute, dann hält man es nicht länger aus. Warum nicht? Das Gehirn schickt Informationen zum Körper, den Finger zurückzuziehen. Tut man das nicht, riskiert man – ähnlich wie bei der Verbrennung selbst – einen Gewebeschaden“, warnt der Rotkreuz-Lehrbeauftragte davor, einen verbrannten Körperteil unters kalte Wasser zu halten. (Quelle: derstandard.at)

Im Fall einer Verbrennung sollte man also kein eiskaltes, sondern ein handwarmes Wasser zum Behandeln der Wunde verwenden und das innerhalb der ersten zehn Minuten nach dem Unfall. Es ist sehr wichtig, dass die betroffene Person nicht auskühlt, da eine Abkühlung der Körpertemperatur bei der Wundheilung kontraproduktiv wirkt. Das heißt also: Nicht länger als unbedingt notwendig abkühlen und danach eine keimfreie Wundauflage verwenden. Sonnenbrände können übrigens mit Topfen Umschlägen behandelt werden, solange sich eine Stoffschicht zwischen Topfen und Haut befindet, da der Topfen die Haut ansonsten zu sehr austrocknet.

Außerdem: Vorallem bei Verbrennung ab dem zweiten Grad (Blasenbildung, tiefgehende Schädigung, etc.) sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Besonders bedrohlich ist die Situation, wenn die Verbrennung größer als neun Handflächen ist. Der Körper verliert zu schnell zu viel Flüssigkeit und die Situation kann für die betroffene Person lebensbedrohlich sein. Deshalb sollten Verbrennung keinesfalls unterschätzt oder gar falsch behandelt werden!

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8 Kommentare zu “Haushaltsmittelchen & Co

  1. Danke für die Tipps, einiges wußte ich tatsächlich noch nicht.

    GLG Marianne 😉

  2. So kalt kann doch unser fließendes Stadtwasser gar nicht werden, dass es Schaden anrichten könnte. – Man kann ja das kalte Wasser auch im Becken auffangen. Wenn die Wunde nicht offen ist, ist kaltes Wasser wohl das beste, was man machen kann.
    Gott sei Dank habe ich meine Kinder ohne jegliche ernsthafte Verbrennung durch ihre Kinderzeit gebracht. Mich auch!!!!!!
    Grüß und drück von Clara

    • Liebe Clara, also bei uns kann das Wasser teilweise wirklich eisig kalt werden. Mit ganz schlimmen Verbrennungen hatte ich zum Glück auch noch nicht zu tun *klopfklopf* aber „handwarmes“ Wasser scheint doch eine Spur idealer zu sein, als das eisige österreichische Gebirgswasser. 🙂
      Liebe Grüße und Drück zurück, Martina

  3. Das wusste ich auch noch nicht und ich war unlängst zur Erste – Hilfe – Schulung (und habe ja außerdem mit Kindern zu tun) Danke und LG von Rana

    • Hmmm… vielleicht ist das ja auch nur so ein i-Tüpfel-Reiterei. 🙂 „Handwarmes“ Wasser ist bestimmt auch noch kühl, Eiswürfel sollten wahrscheinlich keine auf die Wunde gelegt werden. 😉
      Liebe Grüße, Martina

  4. Genau, wie Clara sagt, sooo kalt ist das Wasser aus dem Kran doch gar nicht.

    • OOooooohhhhh doch… ich bin gerade mal wieder zur Wasserleitung gelaufen und es ist schon eisig kalt, vorallem, wenn man seine Hände länger als 30 Sekunden drunter hält! *zitter*
      Als unsere Therme mal ausgefallen ist, da durfte ich das volle Ausmaß der „normalen“ Wassertemperatur auskosten, also „handwarm“ war das nicht gerade!!! 😦
      Liebe Grüße, Martina

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