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Fit durch's Leben

Medical Wellness – Dr. Dean Ornish

7 Kommentare

Foto: TED Conference

In Amerika wird er schon lange gefeiert, bei uns ist Dr. Dean Ornish und sein Programm noch nicht so sehr bekannt. Ornish, renommierter Herzspezialist und Ganzheitsmediziner, hat ein spezielles Therapieprogramm entwickelt, das Herzkranke Patienten nicht nur bei gesunder Ernährung, Sport, sondern auch auf der emotionalen Ebene betreuen soll. Ornish selbst ist Arzt an verschiedenen Krankenhäusern in San Francisco, Dozent an der University of California, Leiter des Instituts für Präventiv-Medizin in Sausalito und persönlicher Berater Bill Clintons.

Was das von Ornish entwickelte Heilungsprogramm mit „Öffnung des Herzens“ bezeichnet, soll in keinster Weise als Ersatz für die konventionelle medizinische Therapie angesehen werden, sondern vielmehr als Ergänzung. Was die Schulmedizin mit Tabletten und einer rein physischen Behandlung nicht vollbringt, ist für Ornish ein wichtiger Faktor in der Genesung von Patienten.

Einsamkeit macht krank. Das wissen wir alle intuitiv. Ornish hat diese Annahme aber genauer untersucht und ist zu folgendem Ergebnis gekommen:

[…] „dass unser seelisches und spirituelles Wohlbefinden für die Gesund- heit unseres Herzens von außerordentlicher Bedeutung ist.“ […] (Quelle: www.mein-doktor.at)

 

Bei einer Untersuchungsreihe an der Yale Universität wurden die Herzen von 119 Männern und 40 Frauen unter die Lupe genommen, genau gesagt die Herzarterien. Diejenigen, die angaben, sich geliebt zu fühlen, wiesen die wenigsten Blockierungen auf – und zwar unabhängig von anderen Kriterien wie Ernährungsgewohnheiten, Nikotinmissbrauch, genetische Voraussetzungen etc. (Quelle: www.loveyourlife.at)

Aber wie genau sieht denn nun das Programm von Dr. Dean Ornish aus? Der deutsche Wellnessverband stellt auf seiner Webseite jede Menge nützlicher Informationen dazu zur Verfügung:

  • Schluss mit dem Rauchen. Neben vielen anderen schädlichen Wirkungen ist der Tabakrauch auch an der Entstehung der Arterienverkalkung beteiligt.
  • Vegetarische, sehr fettarme Ernährung ohne isolierte Fette und Öle. Auch Fisch ist nicht erlaubt. Nur so wird die Cholesterinaufnahme nahezu auf Null gesetzt. Der Körper erhält durch diese Nahrung eine Vielzahl wertvoller Schutzstoffe, nicht nur für die Gesundung des Herzens.
  • Kreislauffördernde Bewegung. Täglich 30 Minuten flotte Spaziergänge reichen schon aus, um zu einer positiven Aktivierung des Stoffwechsels in den erkrankten Herzarterien beizutragen.
  • Yoga und psychologische Gesprächsgruppen gegen Stress.
  • Yoga zur geistigen und körperlichen Entspannung wirkt über Stunden nach. Wer täglich Yoga macht, verschafft sich quasi einen Rund-um-die-Uhr-Schutz gegen Stress.
  • Gruppengespräche mit einem Psychologen helfen, mit nervlichen oder seelischen Belastungen besser fertig zu werden oder sie ganz zu vermeiden.    (Quelle: www.wellnessverband.de)

Mir persönlich gefällt der ganzheitliche Ansatz von Dr. Dean Ornish sehr gut. Viel zu oft wird der Mensch als funktionierende, oder eben nicht-funktionierende Maschine betrachtet, bei der regelrecht ein paar Teile ausgetauscht werden müssen, oder eben ein wenig hier und ein wenig da geölt werden muss. Dass die Psyche einen sehr großen Einfluss auf unsere physische Gesundheit hat, ist unumstritten und solange man diese Komponenten miteinander verbindet, sehe ich das als einen sehr vernünftigen und bestmöglichen Ansatz, um Menschen zu helfen. Was meint ihr dazu?

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7 Kommentare zu “Medical Wellness – Dr. Dean Ornish

  1. Alles ok, aber mir werden die vielen Wellnesstipps zu stressig, wer hat denn nur so viel Zeit und warum immer Wellnes, kann der Körper nicht auch mal etwas Arbeit vertragen…so imGarten, etc…ist jetzt mal meine Frage.
    ich bin kein Wellnestyp, merke ich immer wieder, muß immer etwas tun und das kann verdammt entspannend sein…weil das, was ich tue mir Freude macht.

    Grüßlis ♥ Marianne

    • @Marianne:
      Wellness heißt nicht, sich unentwegt zu entspannen, sondern seine Potenziale für ein gelingendes, zufriedenes und glückliches Leben auszuschöpfen – im Rahmen der Möglichkeiten, die einem die Natur und die jeweiligen Lebensumstände gegegeben haben. Entspannung macht nicht glücklich. Leben ist Bewegung, Abwechslung, das Auf und Ab, das Anspannen und Entspannen. Der Wegweiser für Wellness lautet Freude: Ist mein Leben von Freude geprägt? Unterlasse ich das, von dem ich weiß, dass es mir Freude bereiten würde? Diese beiden Fragen sollte man sich immer wieder stellen. Und: Die kleinen Anlässe des Glücklichseins sind viel wichtiger als die seltenen, großen Ereignisse: Ein Anblick, eine Begegnung, ein Duft, ein Geschmack, einen Menschen zum Lachen bringen, …
      „The place to be happy is here, the time to be happy is now and the way to be happy is to make others so.“
      Robert Green Ingersoll, 1833-1899
      Amerikanischer Freidenker und Redner

      Lutz Hertel, Vorstandsvorsitzender, Deutscher Wellness Verband e.V.

  2. Ganz genau so ist es.
    Das soziale Umfeld ist so wichtig, kann wirklich „Wunder“ wirken.
    Obwohl ich nicht Yoga mache, aber trotzdem viel stramm gehe, dabei aber normal speise. Denn Vegetarisch ist zwar gut, trotzdem mag ich gern Fleisch und Wurst. Es muss nicht jeden Tag sein, ist es auch nicht.
    Übrigens, singen im Chor ist auch sehr gesund.
    Noch heute haben wir zur Silberhochzeit einer Chorkollegin so viele herrliche Lieder gesungen, das hat Freude gemacht.

  3. Ich arbeite seit 1993 mit dem Programm von Dean Ornish, war an einem entsprechenden Forschungsprojekt in Deutschland beteiligt und habe auch an am Institut von Dean Ornish in Sausalito/Kalifornien hospitiert. Ornish konnte in seiner ersten bedeutsamen Studie, die 1990 in The Lancet veröffentlcht wurde, nachweisen, dass bei 82% der Herzpatienten, die strikt seinem Programm folgten, eine Rückbildung der Verengungen in den Herzkranzgefäßen festgestellt werden konnte. Viele andere gesundheitliche Messgrößen verbesserten sich ebenfalls. Es gab einen eindeutigen Dosis-Wirkungs-Effekt: Je genauer man das Programm befolgt, um so mehr profitiert die Gesundheit. Wer sich im Rahmen der Studie nur mäßig oder kaum an die Empfehlungen hielt (30 Minuten Cardio-Bewegung am Tag, 60 Minuten Yoga am Tag, vegetarische, sehr fettarme Kost ohne Verwendung isolierter Fette und Öle, strikte Nikotinabstinenz, sozioeomotionaler Rückhalt durch den regelmäßigen Besuch einer professionell begleiteten Gruppe), musste Verschlechterungen seines Herzstatus und seiner sonstigen Gesundheitswerte hinnehmen. Was will ich damit sagen?
    Wenn Sie einen gesundheitlichen Nutzen erzielen möchten, erreichen Sie dies mit einer ganzheitlichen, umfassenden Veränderung Ihrer Lebensweise auf die Art, wie sie von Dean Onrish und Mitarbeitern exakt in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Stressmanagement beschrieben wurde. Wer diese Disziplin nicht aufbringt bzw. nicht aufbringen will, weil ihm bzw. ihr bestimmte Gewohnheiten, insbesondere im Bereich des Essens und Trinkens, wichtiger sind, der kann auch nicht mit einem Nutzen durch das Programm rechnen. Glücklicherweise gibt es für diese Menschen ja noch Ärzte, Pflegepersonal, Krankenhäuser, Operationen, Medikamente, usw. Was ich besonders am Programm von Ornisch schätze: Es macht die Menschen, die es wirklich befolgen, glücklicher. Die Einstellung zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und zum Leben an sich wird eine andere. Ich spreche aus 18 Jahren Erfahrung.
    Letzte Anmerkung: Wer keine existenziell bedrohliche Erkrankung wie koronare Herzkrankheit oder Krebs hat, der wird möglicher Weise auch mit einer weniger konsequent guten Lebensführung seinen (guten) gesundheitlichen Status aufrecht erhalten können. Ich empfehle dennoch jedem Menschen, ob gesund oder krank, den Lebensstil, den die Forschung von Dean Ornish als wirksam gegen Herzerkrankungen und Krebs identifiziert hat. Der größte Teil der Bevölkerung stirbt früher oder später genau an einer dieser beiden Erkrankungsarten und die internationale medizinische und epidemiologische Forschung bestätigt seit Jahrzehnten, dass fast alle diese Todesfälle lebensstilbedingt sind.
    Lutz Hertel
    Deutscher Wellness Verband e.V.

  4. Sehr interessant und sicher wahr. Aber wie ist es mit Rotwein? LG von Rana

  5. @Rana:
    Im Rahmen des originalen Programms ist täglich eine Menge Menge von 2 cl Alkohol für Männer und 1 cl für Frauen zulässig. Dies entspricht einem Viertl bzw. Achtel Liter Wein. Es handelt sich allerdings nicht um eine Empfehlung, sondern um ein Zugeständnis. Empfohlen ist Alkoholabstinenz, denn Alkohol ist in erster Linie eine toxische Substanz für den Menschen. Die herzschützenden Effekte gehen vermutlich in erster Linie auf die alkoholinduzierte Entspannung zurück, wobei man Entspannung auf auf gesünderen Wegen induzieren kann. Der HDL-senkene Effekt ist nicht relevant, da diúrch Alkohol eine Unterfraktion des HDL gesenkt wird, die keine Auswikrungen auf die Herzgesundheit hat. Die Polyphenole des Weins stammen aus den Trauben, nicht aus dem Alkohol. Insofern könnte man, um in den Genuss des sekundären Pflanzenstoffe zu gelangen, auch Weintrauben essen oder Traubensaft trinken.
    Da Weintrinken aber ohne Zweifel auch ein Genusselement des Lebens ist, soll es keinesfalls verteufelt werden, insbesondere dann nicht, wenn man ein Gesellschaftstrinker und kein „einsamer Säufer“ ist.
    Lutz Hertel

  6. Danke, ein einsamer Säufer bin ich nicht 🙂

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