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Fit durch's Leben

Ärzte extrem Burnout gefährdet

4 Kommentare

Foto: Thomas Berg Fotografie

Wenn ich an Burnout denke, dann denke ich an eine Zeit zurück, die mir sowohl physisch als auch psychisch die letzte Kraft geraubt hat. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich während einer ganz normalen Vorsorgeuntersuchung weinend zusammengebrochen bin, weil mich mein Arzt fragte, wie es mir denn generell so geht. Mein Hausarzt hat wunderbar reagiert, er hat sich Zeit genommen, er hat mir zugehört, er hat mir eine Auszeit verordnet. Er schien mir in diesem Moment wie ein Engel im weißen Arbeitskittel.

Aber wer sorgt sich eigentlich um die Gesundheit unserer Ärzte? Was sie den Patienten raten, nämlich, sich eine Auszeit zu gönnen, oder etwas zurückzustecken und weniger zu arbeiten, ist für sie selbst meist ein Ding der Unmöglichkeit. Oder habt ihr erst kürzlich von eurem Arzt gehört, dass er heute keine Lust zu arbeiten hat und es sich mal lieber ein Bisschen erholt?

Laut einer von der österreichischen Ärztekammer durchgeführten online Studie mit dem Titel „ARGE Burnout“, sind, statistisch betrachtet, mehr als die Hälfte der österreichischen Ärzte von Burnout betroffen.

52,4 Prozent befinden sich in den Belastungsphasen 1 bis 3 auf einer vierteiligen Skala. 10,7 Prozent sind konkret Burn-out gefährdet. In Wien ist die Situation noch dramatischer: 59,2 Prozent der Wiener Ärzte, also nahezu jeder sechste, befinden sich in Phase 1, 2 oder 3, davon 12,8 Prozent in Phase 3. Das bedeutet: akute Burn-out-Gefahr […] (Quelle: derstandard.at)

Was die Burnout Gefahr für uns „normale“ Menschen bedeutet, wissen wir ja bereits. Stufe 1 ist gekennzeichnet vom sogenannten „Tägliche Burnout“, also dem alltäglichen Stress, der emotionalen Abgeschlagenheit und der Unfähigkeit, Stress abzubauen. Hier kann man am schnellsten entgegenwirken und mit Entspannungstechniken, einem strukturierteren Alltag, generellen Umstellungen helfen.

Phase 2 kennzeichnet einen fortschreitenden Prozess mit Interessenabstumpfung, Kontrollverlust, teilweise semantische Beschwerden. Die dritte Phase entspricht dann dem Bild einer echten Depression. (Quelle: derstandard.at)

Dass sich Burnout, egal in welcher Phase sich der/die Betroffene befindet, niemals angenehm ist, sondern als ernstzunehmende Situation anerkannt werden muss, ist auch offensichtlich. Dass ein Arzt, der selbst von Burnout betroffen ist, seiner Arbeit nicht mehr genauso kompetent nachkommen kann, wie sein erholter Kollege… tja… das erkennt man wohl spätestens dann, wenn ein schwerwiegender Fehler das Leben eines Patienten fordert?

Oder passiert da doch schon früher etwas? Zumindest sind bereits Stimmen zu vernehmen, die Verbesserungen und Reformen für die Spitalsärzte fordern, etwa ein flexibleres Arbeitszeitmodell wird hier erwähnt. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt – ich hoffe, nur Gutes!

Wer sich übrigens für den Alltag eines Kinderarztes, oder einer Apothekerin interessiert, dem-/derjenigen seien dringend die folgenden Blogs empfohlen:

Beide versprühen riesige Portionen an Humor, Sarkasmus, Interessantem, Spannendem und tollen Einblicken in ihren wirklich einzigartigen Alltag!

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4 Kommentare zu “Ärzte extrem Burnout gefährdet

  1. Tja, an die Ärzte denkt niemand. Die haben zu funktionieren.
    Der Mann einer Freundin von mir hat Burnout, aber heftig. Und die leidet genau so heftig darunter wie er. Es ist ganz schrecklich. Ein Auf und Ab.

  2. Liebe Martina, danke für den Kinderdoc-Link, das ist ja herrlich geschrieben, erinnert mich an meinen Kundengeschichten aus meinem alten Blog:-)

    Irgendwie scheinen Ärzte auf die Gesundheit aller Menschen zu schauen, ausser auf ihre eigene… Ein befreundeter Arzt hat jetzt grad einen „Warnschuss“ bekommen, ist mit einem Virus noch immer Vollgas unterwegs gewesen, bis sein System dann vorübergehen zusammenbrach… Einen Patienten hätte er ganz schön zusammengeschimpft, wenn er das so gemacht hätte… Ist aber alles nochmal gut gegangen und ich hoffe, er hat draus gelernt. Liebe Grüsse und alles Liebe für Dich, Andrea

  3. Krankenversicherung zahlt nichts
    Notbetten im Gang in den Krankenhäusern, Warteschlange bis auf die Strasse hinaus am Wochenende bei den Notdiensten, so ist derzeit die Situation im Gesundheitswesen. auch andere Bereiche, wie Apotheken und Optiker sind ausgelastet. Viele Arztpraxen und Krankenhäuser nehmen derzeit kaum noch Kassenpatienten auf. Die Praxen und Kliniken gehen dabei sehr nach dem Geld, obschon gerade ja auch die, die viel Geld haben, eventuell auch viel von anderen holen. In heutiger Zeit Eigentum zu haben ist nicht nur Glück, vielleicht sind auch teilweise unsaubere Geschäfte dabei, wie Handel mit Drogen, und Ausbeutung von anderen. Die Kassenärztliche Vereinigung gibt als Grund für überfüllte Praxen und Misständen in Krankenhäusern eine Form von falscher CDU/CSU Politik an, die ihrer Ansicht nach immer mehr krank machen würde. Einige der Ärzteschaft, wie auch das Klinikpersonal sind konkret gegen die CDU/CSU.
    Vieles wird in der Behandlung auch aufgrund unterschiedlicher Krankenversicherungen anders behandelt. So erhält der eine Patient eine gute Behandlung, und andere wiederum gehen leer aus. Speziell auch mit Impfungen und der Behandlung der Zähne wird das unterschiedlich gehandhabt. Vieles im bereich der Behandlung der Zähne wird nicht übernommen.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,614949,00.html

  4. Hallo Martina, den Blog von Pharmama kannte ich noch nicht. Werde in Zukunft sicher öfters reinschauen, genauso wie hier in wellnesspur.

    Zum Burnout: Ich denke, dass unterschiedliche Berufsgruppen sicher unterschiedlich burnout-gefährdet sind. Je höher qualifiziert jemand ist, umso eher wird meiner Beobachtung nach Burnout-Prävention auch in der eigenen Verantwortung gesehen. Unterstüzung von außen kommt dann oft sehr spät oder zu spät. Die hohe Burnout-Gefährdung von Ärzten passt hier ins Bild.

    Herzliche Grüße aus Wien, danke für den Artikel!
    Roland

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