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Fit durch's Leben

Boreout = … ???

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Foto: Peppermint Foa

Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass jeder von uns bereits die eine oder andere Erfahrung mit einer langweiligen Tätigkeit hatte. Was aber, wenn es sich hierbei nicht nur um eine vorübergehende Situation, sondern vielmehr um einen Dauerzustand handelt? Was, wenn der Beruf, den wir ausüben weder fordernd, noch inspirierend ist? Was, wenn man sich jeden Tag in der Arbeitsstelle die selbe Frage stellt: Wieso bin ich eigentlich hier? 

Wenn der Homo bueroiensis ständig an sich selbst zweifelt und sich andauernd unterfordert und unverstanden fühlt, dann beschreibt man im modernen Sprachgebrauch den Zustand des Boreouts (aus dem Englischen – boredom = Langeweile). Ebenso, wie der Zustand des Burnouts ist Boreout keine offizielle Krankheit, sondern vielmehr eine Ansammlung an Symptomen. Im Gegensatz zum Burnout, welches mittlerweile in aller Munde ist und von den meisten Menschen als kritischer Zustand anerkannt ist, trauen sich die von Boreout „befallenen“ Menschen nicht, über ihre Probleme zu sprechen.

Wie denn auch? Wir alle sind doch ständig damit beschäftigt, darüber zu berichten, wie gestresst wir nicht sind. In der heutigen Arbeitswelt gilt es beinahe als normal, viel zu viel zu tun zu haben und ständig an den Grenzen des persönlichen Limits zu kratzen. Ich habe es auch sehr häufig erlebt, dass genau dieses Verhalten als erstrebenswert angesehen wird, dass jene Mitarbeiter, die am längsten vor dem Computerbildschirmen zu beobachten, vom Chef auch mehr Anerkennung bekommen haben, als jene, die pünktlich um 5 den Arbeitsplatz verlassen haben.

Arbeitet jemand auch „nur“ in den vereinbarten Stunden, dann wird die Tätigkeit gerne genauer unter die Lupe genommen, schließlich hat der Mitarbeiter bestimmt nicht „alles“, sondern wahrscheinlich nur 80% gegeben. Wenn dann also jemand über zu viel Langeweile im Büro berichtet, erntet diese/r meist nur ein „Sei doch froh!“.

Aber jetzt im Ernst: Wäret ihr froh, wenn ihr den ganzen Tag nichts zu tun bekommen würdet, beziehungsweise nur jene Tätigkeiten, die euch geistig überhaupt nicht fordern und ihr ständig auf die Uhr schauen würdet, um die Stunden zu zählen, bis ihr endlich wieder nach Hause gehen könnt?

Wer an Boreout leidet, leidet meist an einem minderen Selbstwertgefühl, schließlich fehlt demjenigen die Anerkennung, welche anderen MitarbeiterInnen entgegengebracht wird und auf sich selbst stolz zu sein, wenn man das Gefühl hat, gar nichts vollbracht zu haben, ist auch sehr schwer. Auch leiden die Betroffenen unter Stress. Ja, das gibt es: Stress durch Minderanforderung.

Was ist in solchen Fällen also zu tun?

Auswege seien, sich um Weiterbildungen zu bemühen, versetzen zu lassen oder zu trauen, sich woanders zu bewerben. Den Patienten werde mit psychotherapeutischen Gesprächen geholfen, teils auch mit Körper-, Kunst- oder Musiktherapie sowie mit Entspannungsverfahren. (Quelle: www.berlin.de)

Ob ihr an Boreout leidet, könnt ihr übrigens HIER testen.

Ich wünsche euch eine gute Nacht! 🙂

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9 Kommentare zu “Boreout = … ???

  1. Ich leide nicht daran und freue mich, dass es immer viel zu tun gibt. Ich kann mir aber vorstellen, wie man sich fühlen mag, wenn sich die Stunden so hinziehen… Das muss ich nicht haben. Manchmal nervt mich aber auch das, nie wirklich fertig zu sein, sondern immer irgendwas liegen lassen zu müssen…

    • Ja, das kenne ich auch nur zu gut. Viel zu oft bleiben Sachen liegen, aber in letzter Zeit wird mir immer öfter bewusst, dass ich mich sehr glücklich schätzen kann, weil ich einen Beruf ausübe, der mir Spaß macht und der mich nicht langweilt. Eine Stufe runter schrauben… das habe ich mittlerweile auch gelernt, war aber auch nicht einfach. 🙂 Viele liebe Grüße, Martina

  2. Unterforderung und Langeweile im Büro sind für mich tödlich gewesen zu Zeiten, als ich noch gearbeitet habe. Ich bin ein Mensch, die eher etwas zu viel als zu wenig zu tun haben will – jetzt inzwischen vielleicht nicht mehr, aber damals auf jeden Fall.
    Und wenn das so war, habe ich was am Computer geknobelt, was neues gelernt, ein neues Programm oder ähnlich.
    LG von mir

  3. Langeweile habe ich nie gespuert. Eher das Gegenteil. Auch jetzt, wo ich ja nur noch zu „meinen“ Stunden arbeite, da kann gar keine Langeweile aufkommen. Ich habe immer etwas mehr zu tun, als ich Zeit habe, und die Arbeit ist nie langweilig. Schule, Kinder und Buecher, da ist immer was los.

  4. Ich kenne das Gefühl auch nicht, zum Glück. Manchmal wünsche ich mir, ein wenig weniger gefordert zu sein, um Zeit für anderes zu haben – zum Schreiben z.B.
    Das fordert mich zwar auch, aber auf entspannende Weise.

    Komm gut ins Wochenende.

    Herzlich,
    Anna-Lena

  5. Anerkennung? Was bedeutet das Wort? Das ist wohl genau die gleiche Frage, die du dir stellst.
    Ich kann dich zumindest in einigen Dingen verstehen. Meld dich mal wieder. Mandy

  6. Das war interessant, liebe Martina. Von Boreaout habe ich bisher noch gar nicht gehört .
    Mich plagt das zur Zeit auf jeden Fall nicht – aber ich kann mir schon vorstellen, dass es sehr belastend sein kann.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Katinka

  7. Also, Langeweile kommt bei mir im Beruf echt nicht auf. Da kann ich überhaupt nicht drüber klagen.
    Auch so empfinde ich eigentlich nie Langeweile. Sollte sich mal gar nichts tun, habe ich doch meine Gedanken, die mit mir wandern durch alle möglichen Situationen und Geschichten.

  8. wenn Langeweile im Beruf aufkommt, dann ist man vielleicht einfach an der falschen Stelle – und wenn diese Erkenntnis belastend ist, kann es sinnvoll sein, sich hinzusetzen und einfach mal darüber zu refeklektieren, was man eigentlich im leben will – was einem wichtig ist, was spaß macht und befriedigung bringt. das Leben ist doch zu kostbar um vergeudet zu werden!!?!

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