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Fit durch's Leben

Darf ich vorstellen: Sozialer Jetlag

2 Kommentare

Foto: henning_kottke

Kennt ihr das: Man wird jeden Morgen unsanft vom Wecker geweckt, quält sich aus dem Bett, ist auf dem Weg zur Arbeit und schläft, dort angekommen, beinahe am Schreibtisch ein, verbringt den halben Tag in diesem Zustand bis man endlich munter und fit ist und wenn es Zeit ist, um rechtzeitig in’s Bett zu kommen, kann man nicht einschlafen?

Also, bei mir ist das der ganz normale Alltag. Ich habe mir nicht viele Gedanken darüber gemacht, außer dass ich jeden Morgen, wenn der Wecker geläutet hat, diesen innerlich verflucht habe. Selbstverständlich gehört auch der obligatorische Vorsatz, am heutigen Abend aber früher schlafen zu gehen, dazu! Und ja, dieser wurde bis jetzt jedes Mal gebrochen…

Heute habe ich darüber mit einer Arbeitskollegin gesprochen und die meinte ganz locker: „Ist doch klar, das ist der Jetlag.“ Zuerst dachte ich, ich höre nicht recht. Wie jetzt, Jetlag, ich bin doch in letzter Zeit nicht geflogen…!? Doch, doch, es ist der Jetlag, der soziale Jetlag. Habt ihr davon schon einmal gehört? Ich nicht und genau deshalb habe ich diesen Terminus schnell in die Tasten gehämmert um herauszufinden, worum es sich hier handelt. Also…

Sozialer Jetlag

Beim sozialen Jetlag unterscheidet sich die „biologische“ Zeit von der „sozialen“ Zeit, das heiß, dass unsere körperinnere und hormonell gesteuerte Uhr anders tickt als die soziale Uhr, die uns vorgibt, wann wir aufzustehen haben, um unseren Tätigkeiten nachzukommen. Unsere innere Uhr richtet sich zwar meist nach der Sonnenuhr (im 24-Stunden-Rhythmus), allerdings kann es auch hier zu Verschiebungen kommen.

Viele Menschen sind genetisch dazu veranlagt, einen anderen Rhythmus zu haben, als jenen, den die soziale Uhr vorgibt. Diese Menschen tun sich besonders schwer, in der Früh aufzustehen (da ihr Körper erst später die nötigen Aufwach- Hormone ausschüttet) und Abends einzuschlafen (auch hierzu werden bestimmte Hormone benötigt, die bei diesen Menschen später erzeugt werden).

Besonders interessant ist die Tatsache, dass bereits 60% der Bevölkerung an sozialem Jetlag leiden und besonders die unter 20-jährigen an einem frühen Schulbeginn leiden. Die Folgen von sozialem Jetlag sind auch nicht zu unterschätzen.

Je stärker dieser „soziale Jetlag“, desto mehr leidet unsere Physiologie unter Stress, welches langfristig
zu Gesundheitsschäden führen kann, zum Beispiel Schlaf- und Verdauungsprobleme. (Professor Dr. Till Roenneberg)

Roenneberg meint außerdem, dass flexiblere Arbeitszeiten hier einen wesentlichen Teil zur Verbesserung des Problems beitragen würde.

Nun, nach meinen Recherche bin ich ein Bisschen schlauer geworden und werde meinen Chef definitiv auf das Problem ansprechen. Wie seine Reaktion sein wird, kann ich mir allerdings bereits vorstellen. Er scheint schließlich einer von denen zu sein, die nicht unter sozialem Jetlag leiden… 😦

Alles Liebe,

eure immer-noch-müde Martina 😉

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2 Kommentare zu “Darf ich vorstellen: Sozialer Jetlag

  1. Das ist mir was ganz was neues, aber wo ich es lese kann ich mir das gut vorstellen.
    Kenne das Gefühl sogar selbst sehr gut.
    Aber was man da im normalen Arbeitsalltag dagegen machen soll ist mir schleierhaft.
    Flexiblere Arbeitszeiten geht in manchen Berufen und Firmen, aber eben leider nicht in allen. Auch wenn es wünschenswert wäre.

  2. Pingback: Sozialer Jetlag « Holtz-Stosch GmbH – Stuttgart: Language and Translation Services for International Business Communication

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